Spring Breakers (2013) – Filmkritik

Vier College-Girls werden von einem abgehobenen Waffen- und Drogenhändler aus dem Gefängnis freigekauft, nachdem sie versuchen, ihren Spring-Break Urlaub auf illegale Art und Weise zu finanzieren. Groteske Situationen erwarten sie.

„Truth be told, I ain’t from this planet, ya’ll“ – Alien

Spring Break(ers) trifft Arthouse. Das bedeutet: Viele Party-Montagen mit vielen nackten Körperteilen von vielen jungen Mädchen in obszöner, softpornöser Darstellung. Das gemischt mit melancholischen Monologen, langatmig repetitiven Sequenzen und exzessiver (sporadisch eingesetzter) Gewalt. Der Film versucht durch groteske Charaktere und Szenen ein gewisses Gefühl der Ekstase und Verlorenheit in eben dieser widerzuspiegeln und die daraus resultierenden Handlungen gleichzeitig zu euphorisieren und kritisieren. Die Dramaturgie des Films lässt gerade aufgrund der dünnen Handlung, welche der Darstellung dieses Gefühls zum Opfer fällt, leider zu Wünschen übrig.

Schauspielerische Leistungen haben ihre Höhepunkte, wirken aber (besonders in der deutschen Synchro) oft lächerlich und zu überspitzt. Der Film bietet ausdrucksstarke Momente, verdirbt sich aber ein geschaffenes Momentum immer wieder blindlinks durch die penetrant eingesetzte Art von Stilmitteln. Alles in allem ist dieser erste Film von Harmony Korine Richtung Mainstream, wie seine andere Filme auch, alles andere als 08/15 oder verwechselbar und auch eine gewisse Schönheit kann diesem Werk nicht abgesprochen werden. Trotzdem ist das obszöne Arthouse-Drama Spring Breakers eher anstrengend als unterhaltsam, was bei diesem thematischen Hintergrund schon eine Kunst und vor allem in jedem Genre ein Tabu darstellt.

Vanessa Hudgens, Ashley Benson, Rachel Korine und Selena Gomez in 'Spring Breakers' (2013).

Vanessa Hudgens, Ashley Benson, Rachel Korine und Selena Gomez in ‚Spring Breakers‘ (2013).

Bewertung

6,5/10

2 Gedanken zu “Spring Breakers (2013) – Filmkritik

  1. Hey hey, danke für den Kommentar! 😛 Ja, stimme dir grundsätzlich zu. Mich hat der Film aber noch durch immer mal wieder ganz klevere Szenen halbwegs bei der Stange gehalten. Zum Beispiel die „Diner“-Szene oder natürlich die berühmt berüchtigte Britney Spears Passage. Was mich aber noch viel mehr genervt hat als die Softpornographie, war die Naivität dieser Mädels.

  2. Für mich seit langem Mal wieder ein richtig anstrengender Film. Mich dazu zu nötigen, nicht auszuschalten, hat mir einiges abverlegt. Die softpornografische Inszenierung hat mich schlicht weg einfach nur genervt 😛 Der letzte Film, der so ein Gefühl bei mir hervorgerufen hat war „Tokyo Gore Police“. Der kleine Unterschied ist, dass TGP noch schlechter ist und ich ihn nach den ersten 30 Minuten mit doppelter Geschwindigkeit bis zum Ende mir angesehen habe, um ihn zu überleben!

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