The Wolf of Wall Street (2014) – Filmkritik

Basierend auf der wahren Geschichte Jordan Belforts, zeigt Wolf of Wall Street dessen Aufstieg zu einem wohlhabenden Stockbroker, der ein Leben in Exzessen lebt, bis seine wenig legalen Unternehmungen ins Fadenkreuz des FBI geraten.

„Sell me this pen“ – Jordan Belfort

Es wirkt, als würde Scorsese gegen Ende seiner Karriere noch einmal richtig auf den Putz hauen wollen. Ganz eng verwandt mit Werken wie Goodfellas und Casino, versucht nun der moderne kleine Bruder dieser Meisterwerke, die abartigen Machenschaften hinter den Kulissen der Wall Street mit dem sarkastischen Vorschlaghammer anzuprangern – oder wollte der Film doch einfach nur unterhalten? The Wolf of Wall Street ist eine brilliante Komödie über Sucht und Gier. Eine brilliante Komödie mit flachem Drama und Überlänge. Ob es dem Zuschauer gefällt, hängt stark von den eigenen Erwartungen an den Tiefgang des Films ab. Hier die wichtigsten Argumente:

Margot Robbie und Leonardo DiCaprio in 'The Wolf of Wall Street' (2014)

Margot Robbie und Leonardo DiCaprio in ‚The Wolf of Wall Street‘ (2014)

Pro (75)

  1. Geniale Komödie mit brilliantem Humor von übertriebenem Slapstick, über feine, beiläufig lustige Dialoge bis hin zu blankem Sarkasmus.
  2. Die Obszönität der Bilder und das Ausmaß dieser injiziert dem Zuschauer einen eigenen Rausch im Kinosessel.
  3. Gelungener Ensemble-Cast. Jonah Hill und vor allem Matthew McConaughey mit komödiantischen Ausnahmeleistungen, Margot Robbie ebenfalls mit einer sehr guten Leistung. Apropos:
  4. Margot Robbie veredelt jede Kameraeinstellung mit umwerfender Eleganz und Erotik. Wohl eine der schönsten Frauen, die jemals auf einer Leinwand zu bestaunen waren.
  5. Ein eindrucksvoll (einseitiges) Portrait von Sucht und Gier.

Cons (25)

  1. Kein Spannungsbogen. Die Protagonisten geben Vollgas, das war’s. Die Rahmenhandlung spielt keine Rolle und wird eher zum Klotz am Bein. Das Drama birgt keine Überraschungen und berührt emotional nicht. Der Geschichte fehlt es an Tiefgang – ob gewollt oder nicht… zumindest sucht man nach 2 Stunden vergeblich nach eben diesem.
  2. Die Charaktere sind parallel zur Geschichte abgehoben aber flach. Es fällt schwer sich mit ihnen zu identifizieren oder sich für sie zu interessieren.
  3. Der Film ist mindestens eine halbe Stunde zu lang. Das Drama, das auf Kosten der Länge schließlich zu einem Ende gebracht werden muss, überzeugt nicht wirklich und stellt die Geduld (und Blase) des Zuschauers auf die Probe. Die Darstellung der Dekadenz und ihrer Exzesse wirkt repetitiv, wenn auch trotzdem noch unterhaltsam.
  4. Leonardo DiCaprio spielt gewohnt gut, und beweist ungewohnt gutes komödiantisches Talent bei Slapstick-Einlagen. Trotzdem wirkte er für mich in manchen Szenen einfach irgendwie fehl am Platz.
  5. Zu wenig Matthew McConaughey.

laughing

 

Bewertung

7,5/10

 

Wie immer die Warnung: Trailer nur anschauen, wenn mögliche Spoiler nicht als störend empfunden werden:

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