Fruitvale Station (2013) – Filmkritk – Indie Review

Die angeblich wahre Geschichte der Geschehnisse um Oscar Grant III an Silvester 2008. Ein Tag im Leben des 22 Jahre alten „Bay-Area“-Bewohners (Außenbezirke San Francisco) – mehr möchte ich eigentlich garnicht verraten, solltet ihr (und davon gehe ich aus) die wahren Ereignisse nicht kennen. Da es sehr schwer ist, über diesen Film zu schreiben, ohne etwas zu verraten, folgt nun in zwei Absätzen meine allgemeine Meinung zu dem Film, ohne Spoiler!

„It only takes 30 days to form a habit, and then it becomes second nature“ – Sophina

‚Fruitvale Station‘ ist das Erstlingswerk von Ryan Coogler und als solches sehr beeindruckend. Es ist ein Werk, dessen Bewertung gerade in den USA unter sehr schweren Bedingungen stattfand, da die Ereignisse um den Protagonisten zeitlich noch nicht besonders weit zurückliegen und die Auswirkungen der Geschehnisse noch heute Wellen schlagen und viele echte Emotionen im Spiel sind. Der Film ist zudem kontrovers diskutiert, da die Person des Oscar Grant III von verschiedenen Leuten auch verschieden charakterisiert wird und eine Stellung zu beziehen, in welche Richtung auch immer, einem Film als subjektiv beeinflusste und beeinflussende Darstellung der Geschehnisse ausgelegt werden kann. Ich persönlich befand, dass der Film sich durchaus bemühte, beide Seiten des Charakters des Protagonisten zu zeichnen, jedoch eine gewisse Gewichtung trotzdem nicht vermied. An der hervorragenden und ausgewogenen schauspielerischen Leistung des talentierten Michael B. Jordan – und der des gesamten Casts (Melonie DiazOctavia Spencer) – lag dies aber definitiv nicht.

Ariana Neal und Michael B. Jordan als Tatiana und Oscar Grant in 'Fruitvale Station' (2013).

Ariana Neal und Michael B. Jordan als Tatiana und Oscar Grant in ‚Fruitvale Station‘ (2013).

Wie dem auch sei: Dieser Film hat mich persönlich emotional sehr stark berührt – Gänsehaut-Faktor und seit Langem kullerten auch mal wieder ein paar Tränen. Ohne die Ereignisse speziell zu kennen, muss aber gesagt werden, dass der Film durchaus auf eine solche Reaktion hinarbeitet und die Geschichte und Dialoge etwas zu konstruiert und zu dick aufgetragen präsentiert. Aber was soll ich sagen: Funktioniert hat es trotzdem. Trotz langsamen Tempos verliert der Film (aufgrund eines genialen Einspielers direkt zu Beginn des Films) kein bisschen an Momentum oder Spannung. Ryan Coogler schafft es mit seinem ersten Film – trotz genannter Schwächen – eine kompakte und spannende Darstellung sehr tragischer Ereignisse in einem Film voller Momentum und emotionaler Bilder zu kreieren. Letztendlich ist es einer dieser Film, nach dessen Abspann man all den geliebten Personen in seinem Leben einfach nur eine lange Umarmung geben möchte.

 jokahappy

Wertung
7,5/10 für die Kullertränen

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