Filth / Drecksau (2013) – Filmkritik – Indie Review

Ein drogensüchtiger Cop manipuliert und halluziniert sich seinen Weg durch das Rennen um die heiß umkämpfte Beförderung in einer Mordkommission in Schottland. Die Aufklärung eines ungelösten Hassmordes soll ihm dabei helfen.

„Same rules apply“ – Bruce Robertson

Filth (‚Drecksau‘ im Deutschen) ist ein Film, den man einmal gesehen haben muss, um zu verstehen, wie krank er ist und ein zweites Mal um zu verstehen, wie wertvoll er ist – ich werde die zweite Sichtung aber zu Verarbeitungszwecken noch ein Weilchen hinausschieben. Es ist ein Film, der abartiger und schmutziger nicht sein könnte und doch so unterhaltsam daherkommt, wie sonst kaum ein zweiter Film 2013. Mit einer absoluten Ausnahmeleistung als waschechtes aber tiefgründiges Arschloch präsentiert James McAvoy einen bunt gemischten und gesellschaftskritischen Psycho-Drogen-Mindbender, der zwischen Lachern, Mitleid, Übelkeit und Fassungslosigkeit so behände mäandert, wie es sich für eine Irvine Welsh Vorlage (‚Trainspotting‘) gehört. Der Film entwickelt sich über seine Laufzeit hinweg von einer schwarzen Komödie mit Psychodrama-Elemten zu einem verstörenden Psychodrama mit tiefschwarzen komödiantischen Einstreuern und auch das Ende lässt die filmische Baseballkeule der Abgefucktheit noch einmal tief in die Magengrube des Zuschauers sausen. Vielsagend dementsprechend der gelegentliche, vorwurfsvoll direkte Blick McAvoys in die Kamera. Nicht nur ein Augenzwinkern, sondern ein wissender Gruß an den Zuschauer.

James McAvoy in 'Filth' (2013).

James McAvoy in ‚Filth‘ (2013).

filth

Wertung

8,5/10

Wie immer die Warnung: Trailer schauen auf eigene (Spoiler-) Gefahr!

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